Berlin • 09. Mai 2019

Offizielles Lancierungsevent

Bundesminister Müller hat am 9. Mai 2019 gemeinsam mit dem indonesischen Botschafter und über 30 Organisationen die PREVENT Abfall Allianz im BMZ in Berlin lanciert. Sie ist Teil des Aktionsprogramms Kreislaufwirtschaft der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Kreislaufwirtschaft weltweit umsetzen

Die Mitglieder der PREVENT Abfall Allianz setzen sich gemeinsam dafür ein, Abfälle weltweit zu vermeiden, zu sammeln und wiederzuverwerten sowie recycelte Materialien zu nutzen. Sie wollen damit bewirken, dass in Schwellen- und Entwicklungsländern weniger Abfall in die Umwelt gelangt. Plastik, Elektroschrott sowie kommunale Abfallwirtschaft stehen zunächst im Mittelpunkt. Indem die Allianz verschiedene Blickwinkel, Kenntnisse und Netzwerke miteinander verknüpft, können die Mitglieder ganzheitliche Lösungen entwickeln. Erste Partnerschaften entstehen derzeit mit Wirtschaftsverbänden und NGOs in Indonesien und Ghana. Eine Anschubfinanzierung für Aktivitäten der Allianz erfolgt durch das Entwicklungsministerium.

„Müll wird zur globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel“ sagte Bundesentwicklungsminister Müller. Er appellierte an die Mitglieder der neuen Allianz: “Wir brauchen Pioniere und wir wollen das geballte Wissen von Ihnen, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren; hier und dort.“ Unterabteilungsleiter Epping vom Bundesumweltministerium mahnte zu echten Dialogen zwischen den Akteuren der Allianz. Man brauche diese, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Wer wirkt mit? 

Das Sekretariat der PREVENT Abfall Allianz liegt beim Sektorvorhaben „Konzepte nachhaltiger Abfall- und Kreislaufwirtschaft“. Über 30 Organisationen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft sowie staatliche Institutionen haben sich der PREVENT Abfall Allianz zum Auftakt in Berlin bereits angeschlossen.

Aus der Abfall- und Recyclingwirtschaft wirken unter anderem der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), Der Grüne Punkt, Green Cycle, ALPLA, Umicore, Remondis, Wastecon, Coolrec, Kontemplant und Blackforest Solutions mit. Als erste kommunale Betriebe machen der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen sowie die :metabolon Initiative des bergischen Abfallwirtschaftsverbands mit. Die German RETech Partnership, der Gesamtverband Kunststoffverarbeitender Industrie (GKV) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sind ebenfalls beigetreten. Konsumgüter- und Verpackungsunternehmen wie Werner & Mertz und Nestlé beteiligen sich ebenso wie die Sozialunternehmen Grameen Creative Lab, Dark Horse Innovations und Plastic Bank. Auch der WWF ist Gründungsmitglied.

Zu den wissenschaftlichen Gründungsmitgliedern zählen Lehrstühle und Institute der Universitäten Dresden, Kassel und Rostock, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), das United Nations University SCYCLES Program, Hydra Marine Sciences, das Institut für angewandte Nachhaltigkeit sowie das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Hinzu kommen öffentliche Einrichtungen wie das BMU, Umweltbundesamt, die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Abfallaufkommen birgt gewaltige Herausforderungen

Die Herausforderungen sind gewaltig: Während die Abfallmengen rasant wachsen, haben rund 2 Milliarden Menschen noch keinen Zugang zu einer Müllabfuhr. Weniger als 10 Prozent der Materialien werden weltweit im Kreislauf geführt. Plastikmüll im Meer, Luftverschmutzung, Gesundheitsprobleme, Klimawandel und Verschwendung kostbarer natürlicher Ressourcen sind die Folge. Über 15 Millionen Menschen sammeln und sortieren Abfall ohne Arbeitsschutz, Krankenversicherung und gesichertes Einkommen.

 


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